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Elektro
November 2025 13 Min Lesezeit

Elektroinstallation in der Mietwohnung: Was dürfen Mieter selbst machen?

Lampen aufhängen, Steckdosen einbauen, E-Herd anschließen – erfahren Sie, was erlaubt ist und wann Sie einen Elektriker brauchen.

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Elektroarbeiten in der Mietwohnung: Grenzen und Möglichkeiten

Die Frage, welche Elektroarbeiten Mieter selbst durchführen dürfen, führt regelmäßig zu Unsicherheit und Streit. Einerseits möchten viele Mieter einfache Arbeiten selbst erledigen, andererseits sind Elektroinstallationen stark reglementiert – aus gutem Grund. In diesem Ratgeber klären wir, was Sie als Mieter dürfen, was verboten ist und wann Sie einen Fachmann rufen sollten.

Gesetzliche Grundlagen: Wer darf Elektroarbeiten ausführen?

In Deutschland regelt die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) zusammen mit den VDE-Vorschriften (Verband der Elektrotechnik), wer Elektroinstallationen durchführen darf:

Grundsatz

Arbeiten an der elektrischen Anlage ab dem Hausanschluss dürfen grundsätzlich nur von eingetragenen Elektrofachbetrieben durchgeführt werden. Dies umfasst alle fest installierten elektrischen Einrichtungen.

Ausnahmen für Laien

Es gibt jedoch Arbeiten, die auch Nicht-Elektriker durchführen dürfen:

  • Auswechseln von Leuchtmitteln (Glühbirnen, LED)
  • Einsetzen und Herausnehmen von Sicherungen
  • Anschließen von Geräten mit Stecker
  • Austausch von Schaltern und Steckdosen (unter Bedingungen)

Was dürfen Mieter selbst machen?

Erlaubt: Lampen aufhängen

Das Aufhängen von Lampen an vorhandenen Anschlüssen ist grundsätzlich erlaubt, wenn Sie folgende Punkte beachten:

  • Strom abschalten: Sicherung rausnehmen oder Stromkreis am FI-Schalter unterbrechen
  • Spannungsfreiheit prüfen: Mit einem Phasenprüfer oder Multimeter
  • Korrekte Verkabelung: Braun/Schwarz = Phase (L), Blau = Neutralleiter (N), Grün-Gelb = Schutzleiter (PE)
  • Lüsterklemmen verwenden: Für sichere Verbindungen

Achtung: Bei älteren Installationen können die Farben abweichen! Im Zweifel Fachmann hinzuziehen.

Erlaubt mit Einschränkungen: Schalter und Steckdosen tauschen

Der Austausch von Schaltern und Steckdosen (1:1-Austausch) ist prinzipiell möglich, wenn:

  • Keine Veränderung der Installation erfolgt
  • Die neuen Komponenten den gleichen Typ und Schutzklasse haben
  • Sie über Grundkenntnisse verfügen
  • Sie die Sicherheitsregeln einhalten

Empfehlung: Überlassen Sie auch diese Arbeiten einem Fachmann, um Gewährleistung und Versicherungsschutz zu erhalten.

Verboten: Neue Leitungen verlegen

Folgende Arbeiten sind ausschließlich Fachbetrieben vorbehalten:

  • Verlegen neuer Stromleitungen
  • Installation zusätzlicher Steckdosen
  • Anschluss von Herden und Durchlauferhitzern
  • Arbeiten am Sicherungskasten
  • Installation von Unterverteilern
  • Außeninstallationen (Garten, Balkon)

Spezialfall: Herdanschluss

Der Anschluss eines Elektroherds ist ein häufiger Streitpunkt:

Rechtslage

Der Herdanschluss gehört zu den Arbeiten, die nur von Elektrofachbetrieben durchgeführt werden dürfen. Der Grund: Herde haben einen Starkstromanschluss (380-400V) mit hoher Leistung, der bei fehlerhafter Installation Brand- und Lebensgefahr birgt.

Wer zahlt?

  • Bei Einzug: Wenn eine Herdanschlussdose vorhanden ist, muss der Vermieter einen funktionsfähigen Anschluss bereitstellen
  • Neuer Herd: Mieter bringt eigenen Herd mit – Anschlusskosten trägt üblicherweise der Mieter
  • Defekt am Anschluss: Instandsetzung ist Vermietersache

Kosten

Ein professioneller Herdanschluss in Hamburg kostet typischerweise:

  • Standard-Anschluss: 50-80 EUR
  • Mit Kabelverlegung: 100-150 EUR
  • Komplett neue Installation: 200-400 EUR

Die 5 goldenen Sicherheitsregeln

Wenn Sie elektrische Arbeiten durchführen, halten Sie immer die 5 Sicherheitsregeln ein:

  1. Freischalten: Anlage vom Netz trennen (Sicherung raus)
  2. Gegen Wiedereinschalten sichern: Sicherung mitnehmen oder Schloss anbringen
  3. Spannungsfreiheit feststellen: Mit geeignetem Messgerät prüfen
  4. Erden und Kurzschließen: Bei größeren Anlagen erforderlich
  5. Benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken: Vor versehentlichem Berühren schützen

Haftung und Versicherung

Versicherungsrechtliche Aspekte

Nicht fachgerecht ausgeführte Elektroarbeiten können schwerwiegende Folgen haben:

  • Brandfall: Die Gebäudeversicherung kann die Leistung verweigern, wenn der Brand auf unsachgemäße Elektroarbeiten zurückzuführen ist
  • Personenschaden: Bei Verletzungen durch fehlerhafte Installation haften Sie persönlich
  • Sachschaden: Schäden an Geräten durch Installationsfehler sind nicht versichert

Mietrechtliche Konsequenzen

  • Rückbaupflicht: Der Vermieter kann verlangen, dass nicht genehmigte Installationen zurückgebaut werden
  • Schadensersatz: Bei Schäden durch DIY-Installationen haften Sie als Mieter
  • Kündigung: Schwerwiegende Verstöße können zur fristlosen Kündigung führen

Wann sollten Sie einen Elektriker rufen?

Rufen Sie in folgenden Situationen immer einen Fachmann:

  • Sicherung fliegt wiederholt raus
  • Steckdosen oder Schalter werden warm
  • Verbrannter Geruch aus Elektroinstallationen
  • Funkenbildung beim Ein-/Ausstecken
  • Flackernde Lichter in mehreren Räumen
  • Stromschläge bei Berührung von Geräten
  • Nach Wasserschäden
  • Bei geplanten Umbauten oder Erweiterungen

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